BIOPHILIA- BADEN IM WALD

DER BIOPHILIA-EFFEKT

heilung aus dem wald

autor: Clemens G. Arvay

die sehnsucht der menschheit nach der natur nannte Erich Fromm (psychotherapeut und philosoph 1900- 1980) biophilia (griechisch: aus liebe zum leben).

TERPENE

im buch von arvay dreht sich alles um die wirkung von terpenen auf unseren körper.

alle pflanzen verströmen diese sekundären pflanzenstoffe an die luft.

Wilhelm Boland, professor für organische chemie an der universität karlsruhe und am Max-Planck-Institut für chemische ökologie erklärt, dass pflanzen durch duftstoffe miteinander kommunizieren.

die schweizer biologin, chemikerin und wissenschaftsjournalistin Florianne Koechlin führt aus, dass inzwischen an die 2000 duftstoff-vokabel aus insgesamt 900 pflanzenfamilien bekannt wären. die allermeisten davon zählen zur gruppe der terpene.  terpene sind außerdem noch in ätherischen pflanzenölen enthalten.

doch nicht alle pflanzen sind gleich wirksam. besonders nadelbäume, wie tannen, fichten, föhren und zedern…geben eine große menge an terpenen ab, wie die waldmediziner Tatsuro Ohira und Naoyuki Matsiu in einer studie nachweisen konnten.

den nadelbäumen folgen die laubbäume, wie beispielsweise buche, eiche, birke und hasel.

wer das glück hat, einen garten sein eigen zu nennen, kann sich zwergformen dieser bäume setzen und regelmäßig daheim im eigenen wald baden.

anti-krebs-waldbaden („Shinrin-yoku“- einatmen der wald-atmosphäre)

wissenschafter begleiten waldbadende und zapfen im anschluss daran ihr blut ab.

sie stellen nachweislich fest, dass:

  • die zahl der natürlichen „killerzellen“ des immunsystems angestiegen sind und noch tage danach aktiver arbeiten werden (1 tag im wald = 7 tage produktion von killerzellen).
  • das niveau der anti-krebs-proteine, mit welchen das menschliche immunsystem krebs vorbeugen oder einen bestehenden tumor bekämpfen kann, angestiegen ist.

terpene werden sowohl über die haut als auch über die atmung aufgenommen und wirken dort gesundheitsförderlich und stärkend auf das immunsystem und reduzieren vor allem stress, was sich wiederum positiv auf das immunsystem auswirkt. waldluft wird auch als heiltrunk zum einatmen bezeichnet.

wissenschaftliche versuche wurden auch in hotelzimmern, in welche mittels zerstäuber terpene versprüht wurden, vorgenommen. auch hier wurden die killerzellen bei dort nächtigenden menschen erhöht, jedoch nicht so stark wie im wald selbst.

anti-stress-waldbaden (seelenraum wald)

durch chronischen stress wird unser hormonsystem durcheinander gebracht. das belastet das herz-kreislaufsystem, entzündungen entstehen und das immunsystem wird geschwächt.

durch urinproben wurde nach einem aufenthalt im wald festgestellt, dass sich der adrenalin- und noradrenalinspiegel senkte.

anstelle von lärm und der hektik im alltagsleben hören wir vogelgezwitscher, das rascheln von laub und den wind in den blättern. all diese eindrücke wirken im körper gegen stresssymptome, die sich in unserem körper im alltag manifestieren. die natur wirkt beruhigend. sie heilt unseren körper. doch auch hier brauchen wir oftmals zeit, um anzukommen und es dauert bis wir uns auf die ruhe einstellen können. atemübungen können helfen.

nicht nur der wald, auch ruhige und fließende gewässer, obst- und gemüsegärten, blumenwiesen wirken entspannend. das stresshormon cortisol im speichel wird gemindert.

der wald beeinflusst alle 5 sinne des menschen.

waldbaden bei schlafstörungen

nachdem stresshormone gesenkt und glückshormone ausgeschüttet werden, wirkt der aufenthalt und die bewegung im wald auch bei schlafstörungen. der parasympathicus wird aktiviert und ruhe generiert. dadurch kann der körper regenerieren und entspannen.

waldbaden gegen hohen blutdruck und erhöhten puls

nicht nur durch das absinken der stresshormone, auch durch die duftstoffe des waldes werden der blutdruck und die herzfrequenz gesenkt. diese wirkung kann auch beispielsweise durch duftöle (z.b. zedernöl) erreicht werden. Qing Li konnte in seinen studien beweisen, dass das DHEA, eine vorstufe zu den weiblichen und männlichen sexualhormonen im wald vermehrt produziert werden. diese hormone werden auch als herzschutz bezeichnet.

waldbaden gegen diabetes typ 2

häufig wird diabetes durch übergewicht, hohen blutdruck und hohe blutfettwerte begleitet. hier ist bewegung an und für sich bereits ein probates mittel, um abzunehmen und seine werte in ordnung zu bringen. bewegung im wald hilft jedoch hier in gesteigerter art und weise.

Yoshinori Ohtsuka, professor für diabetologie an der universität von hokkaido leitete ein experiment, indem er seinen patientInnen vor dem waldspaziergang blut abnahm und den glucosewert bestimmte:

die gruppen wurden nach leistungsfähigkeit eingeteilt. eine gruppe wanderte 3-4 km, die andere 7-8 km mit einer pause von je 10 minuten. der blutzuckerspiegel sank bei beiden gruppen signifikant. auch ohne bewegung konnte in nachfolgenden studien eine senkung erreicht werden.

waldbaden zur schmerzlinderung

durch die aussschüttung des „glückshormons“ serotonin werden die übertragung von schmerzimpulsen gemindert. dadurch kommt es zur schmerzlinderung. chronische schmerzpatientInnen konnten ihre medikamente nachweislich reduzieren.

waldbaden bei depressionen

auch hier können durch licht und die erhöhung des serotoninspiegels depressionen begleitend therapiert werden. es werden dadurch weniger antidepressiva benötigt. ebenso kann waldbaden bei angst- und panikattacken helfen, gegen burnout-symptome wirken oder erschöpfungszustände heilen. allgemein ausgedrückt kann der aufenthalt im wald bei jeglicher art von psychischen erkrankungen helfen.

tipps

  • 2 stunden wald- 2, 5 km gehen, 4 stunden- 4 km
  • langfristige stärkung der killerzellen- 3 tage wald mit einem aufenthalt von je 4 stunden pro tag
  • eine besondere wirkung wird auch dem auffenthalt im wald (in der „wildnis“) über nacht nachgesagt (der besuch eines retreats, engl. rückzug)
  • wanderplan, um im wald nicht müde zu werden, keine überanstrengung!
  • ausreichende pausen
  • ausruhen auf plätzen, welche gefallen finden (bewusstes aussuchen dieser plätze)
  • trinken von ungezuckertem tee oder wasser
  • aufsuchen von plätzen im wald, um zu lesen, zu meditieren (fantasieübungen- kommunikation mit dem eigenen immunsystem) oder einfach zum entspannen (atmen)
  • der gehalt an terpenen ist in den sommermonaten von mai an am höchsten
  • durchführung von atemübungen im wald
  • tief im wald sind die terpene auch konzentrierter als am rande
  • nach regen oder nebel befindet sich ebenfalls eine höhere konzentration an terpenen im wald
  • geeignet als vorbeugung, bei bereits bestehenden krankheiten unbedingt mit dem arzt abklären, möglicherweise schaden hier wanderungen mehr als sie nützen!

waldbaden daheim

auch wenn der aufenthalt im wald nachweislich besser hilft, wirkt „biophilia“ auch im zimmer. das aufstellen von pflanzen, das aufhängen von bildern und/oder fotos eines waldes, am besten von dort, wo man bereits war und das hören von tönen aus der natur beruhigen ebenfalls. durchgeführte meditationen und fantasiereisen sind ebenso ausgesprochen hilfreich.

waldbaden im eigenen garten

gartenpflanzen, besonders nadelbäume helfen natürlich auch im eigenen garten, den körper gesund zu erhalten und krankheiten vorzubeugen. das ernten von kräutern, das ziehen von gemüse, all jene gartenarbeiten tragen zum wohlbefinden bei. als heckenpflanze eignet sich besonders die japanische Zypresse oder auch die Hinoki-Scheinzypresse oder die Leyland-Zypresse.

auch auf balkonen und dachterrassen können zwergformen von „terpenesprühenden“ bäumen gepflanzt werden.

barfußlaufen, im garten arbeiten, sehen, riechen, fühlen, hören und schmecken, ein segen für menschen und auch für die fleischmannschaft.

 

 

 

 

 

 

 

 

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